Was mich beschäftigt

Tipps für die Entwicklung guter Website-Inhalte

Für Einsteiger und alle, die sich an das Thema heranwagen möchten

In der Zusammenarbeit für eine neue Website spreche ich mit meinen Kundinnen & Kunden natürlich häufig über die Inhalte. Dabei geht es zunächst um die ganz normalen Basis-Inhalte, die jede Website braucht, von Kontaktinformationen bis hin zur einfachen Beschreibung der eigenen Leistungen. Schnell wird klar, dass die Qualität der Website aber auch davon abhängt, ob die Inhalte darüber hinaus einen Mehrwert haben.
Das Design kann noch so stimmig und ansprechend sein, aber wenn die Inhalte mäßig sind und die Fotos gar nicht vorhanden sind (das ist ein gesondertes Thema), wirkt das Endergebnis sehr viel weniger überzeugend. Also habe ich ein paar grundlegende Tipps zusammengestellt, was man insbesondere bei textlichen Inhalten vermeiden sollte und worauf man mit wenig Aufwand achten kann.

Hallo, ich bin Annika Gandelheid, selbstständige Designerin und ich unterstütze Existenzgründer, andere Selbstständige und kleine Unternehmen dabei, sich professionell und authentisch sichtbar zu machen.

Hier schreibe ich über meine Arbeit und teile auch persönliche Erlebnisse, Missgeschicke und Lernerfahrungen mit anderen Selbstständigen.

1. Schweife auf der ›Über mich‹-Seite nicht ab.

Viele Über-mich-Seiten enthalten eher Informationen zu der Frage, ›was ich tue‹ anstatt ›wer ich bin‹. Besucher möchten aber eigentlich etwas über die Person erfahren. Sie möchten sich vergewissern, dass sie der Person hinter dem Produkt oder der Dienstleistung vertrauen können und dass diese zu ihnen passt – auch wenn vielen Besuchern oft gar nicht bewusst ist, warum sie als erstes auf die ›Über mich‹-Seite klicken.
Um thematisch also nicht zu sehr zu deiner Tätigkeit abzuschweifen, prüfe, ob deine Texte auch noch zutreffen würden, wenn du dein Leistungsangebot bzw. den Schwerpunkt deiner Arbeit einfach mal komplett umkrempeln würdest. Wenn die Texte dann bis auf einige Bezüge noch funktionieren würden, hast du vermutlich mehr über dich als Person preisgegeben, als reflexartig zu deiner Tätigkeit abzuschweifen.

2. Sei persönlich.

Oft haben meine Kunden Schwierigkeiten, auf der Website persönliche Texte zu formulieren. Meist heißt es in Gesprächen dann, dass das doch eigentlich egal ist, weil die Besucher einfach ›nur‹ ›irgendjemanden‹ wollen, der Leistung x oder Produkt y anbietet. Das kann zwar manchmal der Fall sein, die Frage ist aber, ob das dann auch die Kunden sind, die du am liebsten haben willst? Außerdem sind persönliche Inhalte das beste Mittel, um sich von Mitbewerbern abzuheben.
Also gib den Texten eine persönliche Note, die nur von dir kommen kann, etwas, das nicht genau so auf anderen Websites zu finden ist. Das muss nicht immer etwas unglaublich Bedeutendes sein, sollte aber etwas über dich aussagen. Und damit ist übrigens nicht gemeint, sich privat zu entblößen.

3. Nimm Besucher ernst.

Hole Besucher ab, indem du sie in den Texten ansprichst und ihr Anliegen/Problem ernst nimmst. Nach meiner Einschätzung mögen Besucher es nämlich mehr, ernst genommen zu werden als mit Versprechungen und Lobesbekundigungen bombardiert zu werden. Frag dich folgendes: Welche Probleme hat der Besucher? Welche Infos wünscht sich dieser auf der Website? Welche Fragen hat der Besucher und wie kannst du ihm diese auf der Website beantworten?

4. Mache die Zusammenarbeit transparent.

Besucher freuen sich, wenn sie vorab erfahren können, was auf sie zukommt und wie die Zusammenarbeit oder ein Prozess ablaufen würde. Je mehr die Besucher vorab wissen, was passieren wird, desto kleiner wird die Hemmschwelle zur persönlichen Kontaktaufnahme.

5. Vermeide Phrasen.

Es gibt Formulierungen, die liest man immer wieder und beim Aufbau der eigenen Texte neigt man plötzlich unbewusst dazu, solche Phrasen auch zu verwenden, weil einem erst einmal nichts besseres einfällt. Versuche, solche Sätze einfach so umzuformulieren, dass du nicht mehr das Gefühl hast, sie schon hundert Mal woanders gelesen zu haben oder versuche, die Sache, um die es geht, einfach konkreter zu formulieren.

6. Schreibe aktiv und einfach.

Konstruktionen wie ›ich übe meine Tätigkeit aus‹, ›ich biete meine Leistung an‹ oder ›bei mir finden Sie‹ klingen wenig anschaulich und irgendwie passiv. Benutze wenn möglich aktive Verben wie ›ich helfe‹, ›entwickle‹, ›baue,‹ ›unterstütze‹ oder ›gestalte‹, um dein Tun bildlich und aktiv zu beschreiben.
An einfache Sätze und Formulierungen muss ich mich übrigens selbst oft erinnern und habe da definitiv auch noch eine kleine Baustelle.

7. Sei kompakt aber nicht oberflächlich.

Oft möchten meine Kunden auf keinen Fall zu viel und zu lange Texte auf ihrer Website haben. Alles soll möglichst kurz und einfach gehalten werden. Denn wer soll das alles schreiben und wer soll das alles lesen. Verständlich. Aber manchmal führt diese Einstellung dazu, dass die Inhalte sehr oberflächlich bleiben und Themen nicht vertieft werden, was schade ist. Daher ist die Devise: Kompakte Texte ja, aber bitte in den kurzen Sätzen auch Mehrwert anbieten.

8. Baue die Inhalte deiner Website schrittweise weiter aus.

Der Anfangszustand deiner Website muss und soll nicht für alle Zeit gleich bleiben. Plane ergänzende Inhalte und Themen vor und nimm dir ab und zu Zeit, diese Inhalte auch wirklich umzusetzen. Schau dir auch bestehende Inhalte ab und zu an und aktualisiere diese, denn dein Business entwickelt sich weiter und das sollte auch in den Texten erkennbar werden. Nimm dir nicht zu viel vor, erarbeite lieber einen kompakten neuen Inhalt als ein zu umfangreiches Thema, das aber nie fertig wird.

9. Überleg dir für jede einzelne Seite ein klares Thema.

Frag dich, worum geht es auf dieser Seite? Und fokussiere dich beim Schreiben darauf. Wenn das Thema in Unterthemen unterteilt werden kann, dann gliedere die Themen durch die Gestaltung oder Zwischenüberschriften. Versuche nicht zu viel auf einmal auf einer Seite unterzubringen und reihe Einzelteile nicht einfach beliebig aneinander.
Darüber freuen sich übrigens auch Suchmaschinen.

10. Mach deine Arbeit anschaulich.

Natürlich sollst du deine Leistungen klar nachvollziehbar in einfachen Fakten vermitteln – zum Beispiel als Aufzählungsliste. Aber gib auch konkrete Beispiele an oder zeige Problemlösungen auf, die mit deiner Arbeit verbunden sind. Bei vielen Dienstleistungen und fachbezogenen Leistungen können sich Besucher nämlich nicht sehr gut vorstellen, was sich konkret dahinter verbirgt. Da helfen Fallbeispiele und Veranschaulichungen sehr einfach weiter.

11. Zeig, dass du ein Experte bist.

Ja, das klingt für manchen erst einmal etwas ungewohnt. Ich tue mich damit auch immer noch schwer.
Der Begriff ›Experte‹ trifft aber auch auf dich zu, wenn du in einem bestimmten Bereich Fachwissen und Erfahrung gesammelt hast oder wenn du dich auf einen bestimmten Schwerpunkt spezialisiert hast – auch wenn du deine Kompetenzen noch ausbaust. Dir selbst fällt dein Expertenstatus vielleicht gar nicht auf, denn für dich ist es normal und gehört einfach zu deiner Arbeit. Aber deine Website-Besucher haben dieses Wissen nicht und sind deshalb auf der Suche nach jemandem wie dir. Also teile auf deiner Website Wissenswertes und Erfahrungswerte mit deinen Besuchern. Damit zeigst du, dass du ein Experte bist und wirst professionell wahrgenommen. Denn ihre Leistung und ihr Können anpreisen können andere auch, aber wenn jemand inhaltlich auf seiner Website Wissen teilt, merkt der Besucher, dass da auch etwas hinter steckt.

12. Beschränke dich auf das Wesentliche.

Die Entwicklung von Inhalten kann sehr herausfordernd sein. Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird und du dich verzettelst, beschränke dich zuerst auf die Basics, also die Informationen die zwingend auf deiner Website auftauchen sollten und die du unbedingt brauchst, damit deine Arbeit, dein Unternehmen zumindest sichtbar und verständlich wird. Der Vorteil ist, dass du, wenn du diese Basis geschafft hast, die Inhalte immer noch weiter ausbauen und anreichern kannst. Aber der Druck ist dann kleiner, weil die Basis schon steht.

Das kann doch jeder

Jeder kann heutzutage eine Website mit ansprechendem, vorgefertigtem Design und hübschen Stockfotos veröffentlichen (ok, ganz so einfach ist das in der Realität auch wieder nicht, aber das ist ein anderes Thema). Jeder kann sich über soziale Kanäle sichtbar machen und im Minutentakt irgendetwas über sich in die Welt hinauspusten. Was aber nicht jeder kann und eben nicht einfach mit ein paar Klicks erledigt werden kann, ist, sich selbst so sichtbar zu machen, dass Besucher einen Mehrwert davon haben und dass genau die Kunden Kontakt aufnehmen, die man ansprechen möchte. Das geht über die Entwicklung von guten Inhalten und dadurch, dass du dich persönlich und authentisch und nicht austauschbar sichtbar machst.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Entwicklung von Inhalten nicht leicht ist, gerade am Anfang. Aber man kann es lernen und schrittweise verbessern. Und wenn du diese Herausforderung nicht komplett alleine meistern willst, arbeite mit mir zusammen.

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