Was mich beschäftigt

Warum solltest du im Web präsent sein?

Mein Plädoyer für deine digitale Sichtbarkeit

Aus aktuellem Anlass – es ist Frühsommer 2020, wir befinden uns in der Corona-Krise – möchte ich diese Frage jetzt hier doch mal ausführlich aus meiner persönlichen Sicht beantworten. Denn bisher war ich bei diesem Thema immer dezenter, denn ich möchte niemandem etwas aufdrängen, das ihn ›Geld kostet‹, das er vielleicht gar nicht investieren möchte. Ich möchte keinen Aufwand produzieren, den derjenige gar nicht stemmen möchte. Außerdem fühle ich mich immer ein bisschen parteiisch, weil ich als Designerin selbst Websites mit meinen Kunden zusammen entwickle.
Gleichzeitig gehe ich erst einmal davon aus, dass andere Selbstständige und kleine Betriebe selbst am besten wissen, was sie brauchen – und was nicht. Aber die bisherige Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass ich als Designerin in vielerlei Hinsicht auch unternehmerisch berate und erst einmal Bewusstsein für manche Themen wecken muss. Also los.

Warum solltest du im Web präsent sein?

Hallo, ich bin Annika, selbstständige Designerin und ich unterstütze Existenzgründer, Selbstständige und kleine Unternehmen dabei, sich professionell und authentisch sichtbar zu machen.
Hier schreibe ich über meine Arbeit und teile auch persönliche Erlebnisse, Missgeschicke und Lernerfahrungen mit anderen Selbstständigen.

Der Wert, schon präsent zu sein.

Die Krise hat nämlich auch meine Perspektive gerade etwas verschoben, so dass ich doch etwas vehementer und überzeugter nach vorn blicke, was den wirklichen WERT einer eigenen Website und der aktiven Präsenz im Web betrifft. Der Wert war zwar vorher schon da, nur die Krise hat deutlich gemacht, was eine digitale Präsenz wirklich wert sein kann. Wenn ich von einer brauchbaren Präsenz im Web spreche, ist mindestens eine qualitativ gute, einfache Website gemeint, die für Interessierte und Kunden ohne Hürden erreichbar ist und über die ich mit meinen Kunden kommunizieren kann – auch wenn alle anderen direkten Wege gerade ausgefallen sind. Aber auch eine aktiv genutzte Facebook-Seite oder ein aktiver Instagram-Account (oder weitere Kanäle oder ein Mix aus mehreren) können gemeint sein.

In der Krise bemerke ich bei anderen Selbstständigen und kleinen Betrieben momentan unterschiedliche Ausgangsituationen:

Schon auf dem digitalen Weg unterwegs

Es gibt diejenigen, die vor der Krise schon einen oder mehrere digitale Kanäle (eigene Website, soziale Kanäle) aktiv genutzt haben und die sich dort auch einigermaßen wohlfühlen.
Bei denen war und ist zu beobachten, dass sie nun auf diesem Weg verstärkt weitermachen, vielleicht sogar um Ausfälle im direkten Kundenkontakt zu kompensieren. Sie können im Web selbst etwas tun, um weiterhin sichtbar zu sein und mit ihren Kunden Verbindung zu halten oder können sogar ihr Angebot anpassen. Natürlich hat die Krise hier bestimmt auch teils schwere wirtschaftliche Probleme verursacht aber zumindest ist schon eine Infrastruktur und Bereitschaft vorhanden, um selbst aktiv etwas tun zu können. Eine einigermaßen solide digitale Präsenz (egal ob eigene Website oder ein sozialer Kanal) muss sich in diesen Zeiten mutmaßlich besser anfühlen als wenn man einfach seine Ladentüren zuschließen musste und dann gefühlt einfach komplett von der Bildfläche verschwunden war.

Bisher gings doch auch ganz gut ohne.

Denn, der andere Fall sind diejenigen, die vor der Krise zwar vielleicht schon eine Website hatten, die aber meist brach lag, vielleicht ziemlich veraltet war und um die sich einfach nicht gekümmert wurde. Ich habe da durchaus einige sehr peinliche Altlasten zum Beispiel von Ladengeschäften in meiner Region entdecken können, bei denen ich nicht so genau wusste, ob ich lachen oder weinen sollte, weil so viel Potential einfach ungenutzt geblieben ist.

Das sind die Interessenten, die in normalen Zeiten manchmal irgendwann bei mir landen, weil sie ahnen, dass es langsam mal Zeit wird, etwas zu tun. Aber das sind auch teilweise diejenigen, die sehr lange zögern und den Zustand so lange wie möglich ausreizen, bis sie sich dazu durchringen, etwas in ihre Website zu investieren. Denn sie waren bisher ja nicht darauf angewiesen. Die Präsenz im Web war nur ein ›Bonus‹. Etwas, für das man zusätzliches Geld und freie Zeit übrig haben muss – und das hat man ja eigentlich nie. Oder sie waren einfach überfordert mit dem Thema ›Web‹ und haben es verdrängt. Verdrängung und Aufschieben soll ja als Mechanismus sowieso ganz gut klappen, ich bin da auch nicht frei von.

Ich gebe zu, dass mir das auch bei manchen Pflichten oder Teilbereichen meines Business so geht. Auch ich schiebe Dinge vor mir her und blende unliebsame Bereiche aus. Bisher hatte ich bei meinen Kunden oder Nichtkunden auch großes Verständnis dafür. Nicht jeder hat eine Affinität zum Medium Web. Berührungsängste sind ja auch ganz normal und kommen sehr häufig vor. Ich selbst bin und war auch nie ein begeisterter Technik-Freund und ich habe bei neuen Tools oft Respekt und tue mich auch schwer, manche Meilensteine neben dem Tagesgeschäft konsequent durchzuziehen. Aber dieser Zustand einer peinlichen, veralteten, lieblosen Website und vor allem die Berührungsangst mit dem Medium Web ist und bleibt eine ungünstige Ausgangsposition. Berührungsangst und Ignoranz sind auf Dauer keine hilfreichen Eigenschaften im eigenen Business.

Wenn’s denn unbedingt sein muss.

Positiv betrachtet hat die Krise – wie das bei Krisen so ist – aber auch reichlich neue Prozesse angekurbelt. Bei vielen kleinen Geschäften und kleinen regionalen Betrieben konnte man beobachten, wie auf einmal die Bereitschaft wuchs, sich online zu zeigen. Da wurden in der Not auf einmal Instagram-Accounts angelegt, um wenigstens ein bisschen Kommunikation mit Kunden zu ermöglichen. Ehemals scheintote Facebook-Seiten wurden kurzerhand hervorgekramt und reanimiert. Mal ein bisschen ungeübt, halbherzig und etwas desillusioniert, mal überaus motiviert und wirklich produktiv. Oder es wurden Gemeinschaftsinitiativen und kleine Webportale auf den Weg gebracht, um das Angebot der lokalen Geschäfte sichtbar zu machen, Gutscheine zu verkaufen und gemeinsam solidarisch etwas der Isolation und wirtschaftlichen Lähmung entgegenzusetzen. Vermutlich ist manches davon etwas aktionistisch aber trotzdem insgesamt positiv zu bewerten. Denn es brachte Bewegung in die verstaubten negativen Einstellungen gegenüber dem Medium Web. Denn diese Einstellungen sind es, mit denen ich schon vor der Krise oft zu kämpfen hatte, obwohl ich mich wie gesagt nicht als diejenige sehe, die andere mit allen Mitteln von ihrem ach so wertvollen Angebot überzeugen möchte.
Denn die Zusammenarbeit funktioniert nicht so richtig gut, wenn der Partner eigentlich denkt, er bräuchte den ganzen Krempel ja doch nicht unbedingt, und eigentlich ist das ja auch alles viel zu anstrengend.

Auf die Einstellung kommt es an

Ich höre noch Sätze wie:

›Facebook mag ich nicht‹ oder ›Instagram? Das ist nichts für mich.‹

Das kann ich sehr gut verstehen, Facebook und soziale Medien sollte man ja auch sehr kritisch hinterfragen, aber hast du soziale Medien bisher überhaupt wirklich ausprobiert?
Kannst du wirklich beurteilen, dass das nichts für dich ist? Hast du schon einmal negative gegen die positiven Seiten abgewogen und dich überhaupt darauf eingelassen? Dann solltest du es versuchen, wirklich versuchen. Nicht halbherzig sondern gezielt und bewusst über einen längeren Zeitraum. Wenn es sich dann irgendwann immer noch als zu schwierig, Zeitverschwendung und emotional destruktiv herausstellt, kannst du dich immer noch wieder davon trennen.

›Die eigene Website bringt ja eh nicht direkt was, denn meine Kunden kommen ja sowieso über ganz andere Wege.‹

Wer sagt dir eigentlich, dass du mit einer guten Website und einer aktiven Präsenz im Web nicht mehr Kunden oder Kunden, die besser zu dir passen, erreichen könntest?
Und hast du schon mal darüber nachgedacht, wie viele Interessenten du mit deiner peinlichen Uralt-Website oder der geschrotteten Fehldarstellung eigentlich schon abgeschreckt hast – die sich logischerweise nie bei dir gemeldet haben, um dir verständnisvoll ihr konstruktives Feedback zu unterbreiten. Warum förderst du nicht aktiv eine Entwicklung, die dir in der Zukunft etwas bringt, anstatt nur reaktiv die Kunden zu bedienen, die halt schon da sind.

›Eine eigene Website selbst pflegen, dafür habe ich eh keine Zeit.‹

Du willst am besten gar keine Zeit investieren, um AN deinem Business zu arbeiten? So passiv stehenzubleiben, wird sich früher oder später vermutlich negativ auswirken. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Denn andere Unternehmer entwickeln ihr Business in der Zwischenzeit ja auch weiter. Und vor allem registrieren deine Kunden es, ob du aktiv in dein Unternehmen und deine Weiterentwicklung investierst. Potentielle Kunden merken, ob du ihnen Wertschätzung entgegenbringst und Zeit in die Pflege investierst oder ob du sie mit einer leblosen, lieblosen Darstellung abspeist. Außerdem muss die Präsenz im Web nicht immer zeitwaufwendig und anstrengend sein, du kannst es mit Unterstützung und je nach Rahmenbedinungen auch mit maßvollem Aufwand passend zu deinen Kapazitäten und Vorlieben schaffen. Und du meine Güte, das kann sogar Spaß machen.

›Mit der Technik will ich mich nicht auseinandersetzen. Ich kann das nicht‹

Beim Lernen neuer Dinge ist es oft so, dass man am Anfang noch motiviert ist und das Ziel vor Augen hat und dann kommt meist eine Hürde, die zunächst viel zu groß erscheint. An dieser Stelle gibt es die Möglichkeit, hartnäckig zu bleiben und sich eben nicht wieder sofort entmutigen zu lassen. Oder man kann hier aufgeben und einfach sagen, ›ich kann das eben nicht‹. Oft wird dieses ›Ich kann das nicht‹ auch einfach schon im Voraus als Glaubenssatz benutzt, bevor man es überhaupt versucht hat. Dann hat man ja eine perfekte Ausrede, sich damit nicht auseinanderzusetzen zu müssen. Denn, was eigentlich gemeint ist: ›ich will das nicht‹.
Stattdessen könntest du auch sagen ›ich kann das NOCH nicht‹. Und dann lässt du du dir vielleicht helfen. Holst dir fachliche Unterstützung bei der Technik und bei den Dingen, die du nicht einfach nebenbei lernen kannst. Und du gehst schrittweise vor. Denn, es ist doch total verständlich und normal, dass du das NOCH nicht kannst. Das sollte dich nicht hindern. TU etwas dagegen.
Weiterentwicklung beginnt nicht mit Können sondern damit, Fehler zu machen.

Ehrlichkeit könnte helfen.

Das sind einige plakative Einstellungen, die ich in vielen Projekten immer wieder erlebe und sogar auch an mir selbst schon festgestellt habe.
Mal wurden solche Einstellungen direkt offenbart, was hilfreich ist, insbesondere wenn es um Angst vor der Technik und Unsicherheit im Allgemeinen ging. Denn dagegen kann man in der Zusammenarbeit ganz viel tun – wenn man davon weiß und wenn der Kunde es offen anspricht.
Manchmal wurden diese Einstellungen aber auch total unterschwellig verborgen, so dass ich mich ab und zu verwundert gefragt habe, warum der Kunde denn eigentlich so wenig Herzblut und Mitwirkung in sein eigenes Projekt steckt, obwohl er doch willens ist und sich für die Zusammenarbeit entschieden hat. Zu den möglichen Gründen für das Scheitern der eigenen Website habe ich übrigens schon einen Artikel verfasst: Zum Artikel ›Warum scheitert die eigene Website‹.
Ein bisschen frustriert haben mich diese Einstellungen ab und zu schon, weil ich geahnt habe, wie viel Potential einfach nicht genutzt wird. Und das ungenutzte Potential im Web sieht man aktuell einfach ein bisschen deutlicher als noch vor der Krise.

Du musst gar nichts.

Und um das noch einmal zu betonen. Ich bin auch kein Freund von ›Du muss überall dabei sein‹. Du MUSST unbedingt eine Facebook-Seite haben (haben doch alle). Du musst alles selbst können und machen. Alles geht nicht. Du musst keine wahnsinnig aufwendige Website haben und unbedingt Blog-Artikel schreiben und am besten jeden Tag irgendwo etwas posten, um irgendwelche Follower zu bespaßen. Nein, du musst gar nichts.
Aber sag nicht im Voraus pauschal Nein zu einem gesunden Mix aus Bausteinen, die dir helfen, dich sichtbar zu machen und die dein Business stärken. Denn, das sind auch Maßnahmen, die dein Business krisenfester und stabiler machen. Und vergiss nicht: Das sind Kanäle, die nicht in erster Linie nur dir, sondern deinen Kunden nützen und für deine Kunden da sind. Dabei geht es nicht um Selbstdarstellung sondern um gute Verbindungen zu Menschen und Nutzen für diese Menschen. Wenn dir das ganze Thema Web-Präsenz fremd und schwierig vorkommt, geh schrittweise vor und tue stetig zumindest etwas für deine Präsenz im Web, aber lass den digitalen Kram nicht jahrelang weiter vor sich hinrotten. Ermächtige dich selbst.

Warum solltest du im Web präsent sein? Was sind gute Gründe?

Ich möchte jetzt nicht auf der Krise herumreiten. Mit Angstmacherei und erhobenem Zeigefinger möchte ich nicht für eine Präsenz im Web argumentieren. Ich bin sowieso eher für langfristiges Weiterentwickeln und nicht für schnelle Hauruck-Aktionen. Also schauen wir uns an, was mittel- und langfristig dafür spricht, im Web präsent zu sein – zum Beispiel mit deiner eigenen Website:

Deine Website ist das digitale Abbild deines Unternehmens

Der Gesamteindruck, den dein Geschäft, dein Betrieb oder dein Business im realen Leben auf andere macht, sollte sich in deinem Webauftritt widerspiegeln. Deine Website zeigt Kunden, was sie vor Ort erwartet oder was sie von dir erwarten können. Wie deine Website aussieht und wie gepflegt sie ist, welche Atmosphäre sie ausstrahlt, vermittelt etwas, das entweder zur Realität passt und dein Marketing stärkt – oder eben nicht.
Du würdest dein Geschäft vor Ort ja auch schön einrichten und mit Liebe und Sorgfalt ausstatten, dich darum kümmern und es pflegen, oder? Also sollte auch deine Website vorhanden sein und gepflegt und ordentlich hergerichtet werden.

Deine Website ist die umfangreichste Möglichkeit, um im Web sichtbar zu sein.

Im Vergleich zu allen anderen Kanälen und Möglichkeiten ist deine Website der umfangreichste Weg. Hier kannst du alle Inhalte zentral bündeln, die wichtig für deine Kunden sind. Du hast eine riesige Auswahl, welche Inhalte du auf welche Weise zur Verfügung stellst. Egal ob Texte, Fotos, Videos, Produkte, Hintergrundinformationen mit Mehrwert und Artikel, Downloads etc.
Das alles kannst du auf deiner Website anreichern und im Lauf der Zeit weiterentwickeln und ausbauen. Und das war zumindest technisch noch nie so einfach wie heute.

Deine Website ist unabhängig.

Plattformen und Soziale Medien sind ein Baustein, den du sehr gut nutzen kannst. Du erreichst dort viele Menschen und hast mit einfachen Mitteln tolle Möglichkeiten, dich zu vernetzen und sichtbar zu machen. Aber du bist dort immer auch abhängig von den Regeln und Bedingungen, die du selbst nicht kontrollieren kannst. Wenn eine Plattform auf einmal beschließt, bestehende Regeln zu deinem Nachteil zu ändern, kannst du nichts dagegen tun.
Auch wenn eine Plattform mal technische Schwierigkeiten hat (ist alles schon vorgekommen) oder irgendwann nicht mehr so attraktiv für deine Zielgruppe ist, bist du abhängig und hast nur begrenzten Spielraum. Wenn du aber gleichzeitig eine einigermaßen starke Website hast und dich vor allem ab und zu aktiv mit der Pflege und Weiterentwicklung im Web beschäftigt hast, kann dich das nicht umhauen.

Deine Website ist jederzeit für jeden zugänglich.

Ja, wir wünschen uns alle Kunden, die zu uns kommen, weil jemand uns empfohlen hat und weil sie uns schon kennen und super gerne mit uns zusammenarbeiten wollen oder genau unser Produkt unbedingt haben wollen. Aber ehrlich, es gibt so viele Szenarien, wo Interessenten erst einmal abwägen und sich vorab informieren wollen. Und was ist da der naheliegende Weg? Die Website bzw. die Google-Suche natürlich. Leicht, einfach, mal eben schnell gucken. Denn viele potentielle Kunden sind unsicher und wollen sich erst einmal ein Bild zu einem Unternehmen machen. Vielleicht kommen sie auch erst Monate oder Jahre später wieder auf dich zu, weil ihnen etwas in (guter) Erinnerung geblieben ist. Möglicherweise wollen sie sich beim Besuch der Website auch einfach nur ihre eigene positive Meinung bestätigen. Oder sie möchten die eigene Unsicherheit ausräumen und ein gutes Gefühl bei ihrer Entscheidung haben, weil die Website einen guten, sympathischen Eindruck macht.
Denn Kaufentscheidungen sind ob wir wollen oder nicht, oftmals überwiegend emotional. Wir rechtfertigen sie meist nur mit Fakten, die uns gerade gut in den Kram passen.

Deine Website ist Wertschätzung deiner Kunden.

Zum Schluss das allerbeste, wichtigste Argument.
Mit einer veralteten, peinlichen Website sagst du deinen Kunden Folgendes: Ihr, die ihr euch hier auf meine scheintote Website verirrt habt, ihr seid mir eigentlich nicht wichtig. Ich brauche euch nicht. Denn ich hab ja meine ›richtigen‹ Kunden im realen Leben. Warum soll ich mir die Mühe machen, auf meiner Website auf euch einzugehen und euch nützliche, ansprechende Informationen in einem gut nutzbaren attraktiven Design zu geben? Der Aufwand ist mir zu groß, das ist es mir nicht wert.
Klingt etwas überzeichnet, aber eigentlich drückt man genau das damit aus, auch wenn man das nicht möchte und Kunden natürlich auch nicht sofort annehmen, dass man sie mit Absicht vergraulen will.
Eine gepflegte, aktuelle, moderne Website mit nützlichen Informationen für Kunden und Interessierte ist dagegen die pure WERTSCHÄTZUNG. Schön, dass ihr hier seid, ich habe viele Inhalte mit Mehrwert für euch. Ich gebe mir Mühe – auch wenn nicht alles perfekt ist – und wertschätze eure Bedürfnisse. Ihr seid mir wichtig.
Und es kommt noch besser. Man wertschätzt damit ja nicht nur seine Kunden sondern auch sich selbst und das eigene Business. Man macht sich selbst ansprechend und ordentlich sichtbar und das mit Qualität! Das wirkt sich positiv auf das eigene Selbstbild und die Weiterentwicklung aus.

Trotzdem oder jetzt erst recht aktiv werden?

Auch ich habe selbst festgestellt, dass ich manche Bereiche meiner Selbstständigkeit vernachlässigt habe und das jetzt in der Krise zu spüren bekomme. Mein großer Schwachpunkt ist beispielsweise das persönliche Netzwerken. Ich bin ziemlich introvertiert, ich liebe es, in Ruhe arbeiten zu können. Ich mag die Zusammenarbeit mit Menschen zwar auch sehr, aber ich erlebe das meist als große Herausforderung, von der ich zwischendurch immer wieder auch ein bisschen Erholung brauche.
Hätte ich – vermutlich wie wir alle – gewusst, was da auf uns zukommt, hätte ich mich natürlich viel besser präventiv vorbereitet, mein Umfeld und meine Verbindungen gestärkt, mehr Aufträge forciert oder meine anderen Einkommensquellen schon weiter ausgebaut (hallo Online-Business und Passives Einkommen). Alles ein bisschen schneller, höher, weiter.
Aber im Nachhinein ist es ja immer leicht, zu sagen, man hätte ja im Vorfeld mehr tun können, um wirtschaftlich besser dazustehen. Deswegen war mir in meinem Umfeld etwas unbehaglich bei Aussagen wie: ›Diejenigen, die jetzt in Schwierigkeiten sind, haben doch vorher schon etwas falsch gemacht und versäumt.‹
›Die hatten doch vorher schon kein gutes Geschäftsmodell, wenn sie wirtschaftlich jetzt so leiden‹.
Solche wertenden Aussagen lassen sich meist leichtfertiger tätigen, wenn man selbst nicht so existenziell betroffen ist und vielleicht schon vieles (zufällig) richtig gemacht hat. Das ist aber für mich persönlich noch keine gute Rechtfertigung für Einstellungen nach dem Motto ›selbst schuld‹.
Wir neigen nun einmal meist dazu, uns in unserer Komfortzone einzurichten und gerade als kleiner Betrieb oder Selbstständiger hat man nun einmal im Tagesgeschäft nicht dauernd die Energie und Muße, sein Business bewusst weiterzuentwickeln und neben der eigenen Kernkompetenz auch noch aktiv an seiner Website oder der Präsenz im Web zu arbeiten. Man arbeitet einfach, das was man am besten kann und am liebsten tut und versucht, wirtschaftlich und produktiv zu sein und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Um die eigene Website und die Vermarktung online kümmern? Ja müsste ich mal. Hätte ich schon längst machen sollen. Mache ich bald.
Wer sich aber durch die Krise ein bisschen wachgerüttelt und bereit fühlt, der sollte jetzt vielleicht wirklich loslegen und nicht mehr auf den passenderen Zeitpunkt warten, der sowieso nie kommt.

Aber entscheide dich nicht aus Angst und Unsicherheit heraus, sondern weil du jetzt statt Anstrengung und Ballast den Nutzen und die Chance darin besser siehst und dich dafür entscheidest.

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