Blog-Artikel: Der größte Fehler, den Selbstständige bei ihrer Onlinepräsenz machen.

Der größte Fehler, den Selbstständige bei ihrer Onlinepräsenz machen.

Das, was jetzt kommt, ist vielleicht zu pauschal. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, welche Missstände ich angehen möchte, dann wäre es der folgende ›Fehler‹, der mir immer wieder begegnet – bei Kunden, bei Selbstständigen generell und auch bei mir selbst!

Warum darf ich eigentlich auf den ›Fehlern‹ anderer rumhacken?

Warum spreche ich das eigentlich an? Obwohl ich doch als Selbstständige selbst zig Zustände bei mir aufzählen könnte, die nicht perfekt sind und bei denen ich eigentlich unbedingt mal im Hintergrund etwas verbessern müsste?

Ich habe schon über vierzig Websites mit und für andere Selbstständige und kleine Unternehmen aufgebaut. Ich schaue mir regelmäßig für die Projekt-Recherche Websites von Selbstständigen und Betrieben an.

Ich mache mittlerweile die Wartung bei etlichen Websites und sehe im Hintergrund die Effekte, was Auffindbarkeit, Sichtbarkeit und Besucherzahlen angeht – positiv wie negativ.

Ich arbeite mit Kunden weiter zusammen. Und es gibt durchaus immer wieder positive Momente, da freue ich mich total über die pragmatische und aktive Einstellung meiner Kunden. Weil sie Ideen haben, weil sie nachfragen, weil sie ihre Onlinepräsenz selbst ein bisschen auf dem Schirm haben.

Auch wenn sie überfordert sind, auch wenn sie wenig Zeit haben. Sie haben das Thema im Blick und verdrängen und verschieben es nicht komplett – zeitweise schon. Aber das ist ok und normal.

Ehrlich auf die Zustände schauen, die wir verbessern können.

Und was mir in den Jahren aufgefallen ist: Es gibt gegenteilige Zustände, wenn Kunden ihre Website samt damit zusammenhängender Onlineaktivitäten komplett vergessen, links liegen lassen und alles einschläft. Und das teilweise mit Zuständen, die zwar oft unauffällig erscheinen aber manchmal wirklich geschäftsschädigend sind (muss ich leider so deutlich sagen).

Offenbar neigen wir dazu, unsere Onlinepräsenz und deren Zustand manchmal nicht ganz so ernst zu nehmen, weil es nicht so greifbar und direkt vor unserer Nase in der realen Welt stattfindet. Was schade ist, weil diese mit einfachen Mitteln direkt verbessert werden könnten.

Der Fehler: Die Onlinepräsenz liegt brach.

Nur ist es ein wenig wie beim Fitness-Zustand des eigenen Körpers. Ohne ab und zu sportliche Aktivität und Maßnahmen, wird nichts fit. Auch die eigene Website oder die Kombination aus eigener Website und Aktivitäten online wird nicht von alleine stabil und sichtbarer. Die Onlinepräsenz liegt brach und zieht im besten Fall ab und zu ein paar Menschen an, aber tut nichts dafür, dass es stetig mehr und besser wird.

Ich sehe außenstehend oft Potenzial, das zu ändern. Ich schlage meinen Kunden auch ab und zu etwas vor, wenn es gewünscht ist oder gerade zur Situation passt. Aber ich kann sie ja nicht zwingen (möchte ich natürlich auch nicht!). Und ich kann auch gar nicht beurteilen und entscheiden, ob ausgerechnet die Onlinepräsenz jetzt Priorität haben sollte. Ich stecke ja nicht in deren Selbstständigkeit und erlebe nicht deren Tagesgeschäft und die Herausforderungen.

Aber wenn ich einen Satz einfach mal so pauschal an alle raushauen müsste, wäre es der:

Wo etwas passiert, da passiert auch etwas!

Wo Aktivität und Aufmerksamkeit hingeht, da wird auch Anziehungskraft aufgebaut. Wenn du zum Beispiel auf deiner Website aktiv etwas verbesserst, hinzufügst, Zustände hinterfragst und deine Website-Besucher im Auge hast, wird sich das auch früher oder später auswirken. Das gilt auch für begleitende Maßnahmen und Aktivität in sozialen Medien oder offline.

Man kann das auch konkret sehen. In den folgenden Beispielen folgte auf drei Ereignisse bzw. Maßnahmen eine sichtbare Zunahme der Besuche auf der Website.

Beispiele: Auf Aktivität folgt Resonanz

Manchmal ist die Resonanz sogar nicht nur diffus und zeitversetzt sondern direkt sichtbar. ;-)

Beispiel 1: Besucherzahlen auf der Website nach einem Vortrag (offline).

Hier wurde ein Vortrag gehalten und auf der Website wurden dazu passende Infos angeboten.

Beispiel 2: Besucherzahlen auf der Website nach Social-Media-Aktivität und Ausstellung / Event (offline).

Hier war eine Ausstellung und es gab in sozialen Kanälen Aktivität passend dazu.

Beispiel 3: Besucherzahlen auf der Website nach SEO-Optimierung einer Seite + Social-Media-Aktivität

Hier wurde eine bestimmte Angebotsseite SEO-optimiert und auf sozialen Kanälen darauf hingewiesen.

Es braucht mehrere Versuche, Geduld und meist etwas Regelmäßigkeit, bis Resonanz passiert.

Das sind nur beispielhafte Zustände, die sich im Analysetool der Websites nachvollziehen lassen. Und es ist auch nicht immer so gut sichtbar, dass auf Maßnahmen direkt Resonanz folgt. Oft dauert es, bis Maßnahmen sich auswirken.

Aber Aktivität für die eigene Onlinepräsenz ist etwas Gutes und das summiert sich. Stell dir mal vor, das würde nicht nur einmal im Jahr aus Versehen passieren, sondern regelmäßig nebenbei.

Sorry, es gibt keinen superwichtigen Geheimtipp.

Ich weiß, das klingt jetzt alles irgendwie logisch und zu einfach. Aber der größte Fehler, den ich immer wieder sehe, ist eben nicht diese eine geheime superwichtige Sache.

Sondern, dass Selbstständige nicht weitermachen, nicht ab und zu dranbleiben und den Ist-Zustand einfach brach liegen lassen. Veraltete und schädigende Zustände einfach immer weiter hinnehmen.

Reale Beispiele gefällig?

Es sind ein paar Klassiker dabei. Und das sind Fehler, die mir auch öfters bei der Recherche online begegnen.

Der Klassiker: Tote Aktuelles-Seiten

Das können Aktuelles-Seiten auf Websites sein, die zugestaubt sind oder nie wirklich gelebt haben und laut rufen: ›Hier kümmert sich keiner, ihr Website-Besucher seid mir egal‹. Gerne auch mal nur mit den Aktuelles-Beiträgen aus der Anfangszeit, als man noch dachte, man bräuchte das jetzt und jemand wird sich schon drum kümmern.

Ordentliche Fotos von uns – sind doch gar nicht so wichtig.

Das können Business-Portraits sein, die schlecht belichtet und veraltet sind – und eigentlich nur vorübergehend auf der Website sein sollten. Die aber jetzt die einzigen(!) Fotos der beteiligten Personen sind. Und das bei einer personenbezogenen Dienstleistung, und obwohl die Website zur eigenen Vermarktung und Kundengewinnung beitragen sollte.

Die paar Platzhaltertexte wird schon keiner bemerken.

Das können Platzhaltertexte sein, die eigentlich nur kurz für den Übergang auf der Website sein sollten und dann ewig stehengelassen werden. Und das, obwohl Besucher die Seiten besuchen und das sehen!

Referenzprojekte, die mit der Realität nicht mehr viel zu tun haben.

Das können Referenz-Projekte auf Websites sein, die uralt sind und nicht mehr annähernd den realen Stand widerspiegeln. In der Realität macht der Betrieb längst andere Sachen. Nur können das Website-Besucher nicht wissen und fragen dann gar nicht oder für unpassende Projekte an.

Die Websites, die nie online gehen.

Das Wichtigste bei einem Website-Projekt: Überhaupt erstmal online da sein. Es gibt aber immer mal Websites von kleinen Unternehmen und Selbstständigen, die gefühlt nie aus der Maintenance-Ansicht rauskommen. Da bleibt immer weiter der Hinweis, dass die Website bald fertig wird. Und was soll ich sagen: Damit ist natürlich niemandem geholfen.

Den Text bauen wir später aus.

Ich bin ein Fan von erreichbaren Zuständen. Aber Seiten, die mit einem spärlichen Text online gegangen sind und dann nie wieder angeschaut wurden, bringen wenig. Das sind oft verschenkte Seiten, bei denen man sich nie gefragt hat, ob man hier für Besucher und Suchmaschinen nicht mehr bieten könnte und sollte.

Social Media muss ja. Aber am besten nur einmal im Jahr.

Wir kennen sie alle: Social-Media-Accounts, die fast das ganze Jahr leblos herumliegen. Und das ist auch verständlich, wenn man den Frust sieht, der auch dazu gehört, wenn man sich für etwas Sichtbarkeit und Reichweite abstrampelt. Aber je nach Branche und Selbstständigkeit kann schon ein Beitrag ab und zu Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit bringen und interessierte Besucher auf die Website spülen. Das funktioniert bei manchen Anbietern und regionalen Selbstständigkeiten wirklich!

Unpersönlich und oberflächlich muss reichen.

Das können einseitige Websites sein, die zwar für Kunden und Interessenten die typischen, oberflächlichen Basisinfos bieten, aber für Bewerber, die eigentlich dringend gebraucht werden, keine persönliche Ansprache und keinen echten Einblick in den Betrieb bieten.

Da muss man sich als Betrieb nicht wundern, wenn die Anfragen von Bewerbern noch mäßiger als ohnehin schon sind.

All diese Zustände ließen sich mit moderaten Mitteln oder schrittweise beheben.

Und jetzt mal ehrlich:
Was denken Besucher bei all diesen Zuständen?

»Das sind doch nur Kleinigkeiten. Das merkt doch eh keiner. Bei mir hat sich noch keiner beschwert.«

Du glaubst doch nicht wirklich, dass Besucher – und Suchmaschinen und KI-Bots – alles davon wohlwollend hinnehmen? Solche Zustände hinterlassen einen Eindruck. Und ja, das kannst du kompensieren. Das ist Teil einer normalen Realität, würde ich sagen.

Aber wenn es darum geht, sich zwischen mehreren Anbietern zu entscheiden oder sich einen Eindruck zu machen, der später vielleicht zu positiven Handlungen oder Entscheidungen führt, machen solche Zustände einen Unterschied. Und das Vertrackte daran ist, dass du das nicht mal direkt mitbekommst, weil dazu keine Resonanz bei dir ankommt. Du bist gefragt, dich damit ab und zu auseinanderzusetzen und deine Onlinepräsenz nicht links liegen zu lassen.

Und ich bin so sehr überzeugt, das muss nicht sein. Solche Zustände führen unnötig zu Frust oder ›Das bringt doch alles eh nichts‹ oder zu der aus meiner Sicht meist falschen Erkenntnis, dass das Theater online nicht so richtig real ist und scheinbar nur in der richtigen Welt oder mit teuren Maßnahmen etwas passiert.

Auch moderate Maßnahmen helfen. Über die Zeit. Wenn Aktivität da ist.

Ich wiederhole es gern: Wo etwas passiert, da passiert auch etwas!

Onlineaktivitäten und ergänzend natürlich auch Offlineaktivitäten können sich direkt und über die Zeit auszahlen. Aber dafür reicht es eben nicht, den Zustand sich selbst zu überlassen.

Was machen wir denn jetzt damit.

Es ist einfach, auf Fehlern und verbesserungswürdigen Zuständen rumzureiten. Die entscheidende Frage ist aber: Wie lässt sich das moderat, einfach und schrittweise verbessern – vor allem so, dass es zur Realität von Selbstständigen passt.

Ich habe dazu auch mal ChatGPT bei ausgewählten Websites befragt. Die Vorschläge, die dort gemacht wurden, waren insgesamt relativ gut brauchbar und auch gut erklärt. Vieles davon deckte sich mit meinem Eindruck, den ich von der Website und dem Zustand hatte. Im Blog habe ich auch schon darüber geschrieben, wie ich KI-Tools aktuell nutze (ohne Hype und Drama).

Der Prompt lautete ungefähr so:

Hallo ChatGPT, kannst du dir eine Website anschauen und analysieren, wo es Verbesserungspotential gibt, damit die Website für Besucher und Interessenten attraktiver ist und besser gefunden wird. Es handelt sich um eine veröffentlichte Website, die ich für den Kunden umgesetzt habe. Wichtig wäre, dass du dir alle Seiten anschaust und kritisch hinterfragst, was inhaltlich oder auch gestalterisch und technisch verbessert werden könnte.

Ob und wie das umgesetzt wird, hängt dann wieder von den jeweiligen Möglichkeiten und Kapazitäten ab. Aber es gibt eine konkrete Liste mit Punkten, nach Wichtigkeit geordnet und mit klaren Vorstellungen, welche Ziele damit besser erreicht würden und wozu das gut wäre.

Wille ist nicht das Problem sondern konkrete Ideen und konkrete Umsetzung

Weil ich immer wieder an diesen Zuständen hängenbleibe, habe ich mir überlegt, wie ich das konkret verbessern kann. Zukünftig möchte ich bei allen Websites, für die ich die Wartung mache, einmal im Jahr Maßnahmen als kleine Übersicht zusammenstellen und Vorschläge machen, wie die Website oder die Onlinepräsenz verbessert werden könnten.

Denn oft ist es ja nicht der mangelnde Wille, sondern es fehlt an Bewusstsein, Ideen und Vorschlägen, die man dann einfach nur noch umsetzen muss.

Und da ich mit vielen Kunden weiter zusammenarbeite, bietet es sich an, das Potenzial zumindest ab und zu mehr ins Licht zu rücken.

Und das ist auch mein Fazit für dich: Es lohnt sich, die Website nicht komplett zu verdrängen oder nur ganz allein damit auszuharren. Begleitung und Anstöße ab und zu sind wertvoll, vor allem, wenn gemeinsam umgesetzt wird.